Anlagenmechaniker/in Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Anlagenmechaniker Sascha Engbert steht in offener Tür des Firmentransporters der mit bunten Buchstaben MINT dekoriert ist

Let’s MINT Ausbildungsbetrieb:
Otte Haustechnik GmbH, Bad Laer

Dauer:

Die Ausbildung zum/zur Anlagenmechaniker/in Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik dauert 3,5 Jahre. Ausgebildet wird im Handwerksbetrieb und der Berufsschule.

Schulabschluss:

Für die Ausbildung verlangen die meisten Betriebe einen Realschulabschluss. 2015 hatten 54% der Ausbildungsanfänger/innen einen mittleren Bildungsabschluss, 33% den Hauptschulabschluss und 11% Abitur.

Immer neue Herausforderungen und Aufgaben

Vielleicht habt ihr es nach einem verregneten Zeiturlaub schon einmal erlebt: Plötzlich kommen Einem alltägliche Dinge, wie fließend warmes und kaltes Wasser, die Toilette auf dem Flur und die Heizung wie der reinste Luxus vor. Und eigentlich sind sie das auch. Denn noch immer haben rund 750 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser, wie die Weltgesundheitsorganisation errechnet hat. Und 2,5 Milliarden Menschen müssen ohne hygienische Toiletten leben.

Dass wir es in unseren vier Wänden sauber und warm haben, verdanken wir zu einem großen Teil den Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. In diesem Beruf installierst du Wasserleitungen, baust Waschbecken, Badewannen und Toiletten ein und schließt diese an. Außerdem montierst du Kühl- und Heizungssysteme, stellst Heizkessel auf, nimmst sie in Betrieb und wartest sie. Kurz und gut: Du bist der Profi für die Neuinstallation, Sanierung und Instandhaltung von Heiz- und Klimaanlagen sowie sanitären Einrichtungen.

Smart-Home und Umweltschutz

Immer wichtiger für deinen Beruf werden die Aspekte Energieeinsparung und Umweltschutz sowie Smart-Home-Systeme, mit denen Haustechnik digital überwacht und gesteuert wird. Neben der handwerklichen Arbeit gehört auch die Planung von Anlagen zu deinen Aufgaben sowie die Beratung der Kunden. Anlagenmechaniker/innen SHK, wie sie abgekürzt genannt werden, haben einen abwechslungsreichen Job mit immer neuen Herausforderungen.

Daran solltest du Spaß haben

Handwerkliche Tätigkeiten

Sorgfältiges Arbeiten

Mit Kollegen im Team arbeiten

Kunden beraten

 

Weitere Infos: Berufenet der Arbeitsagentur 

Anlagenmechaniker/in Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Sascha Engbert presst mit Spezialwerkzeug eine Leitung für eine Heizungsanlage zusammenSchulfächer, die den Durchblick erleichtern:

Werken, Technik, Mathe, Physik

Eigenschaften, die nützlich sind:

Handwerkliches Geschick, Sorgfalt, Verantwortungsbewusstsein,

Was die Let’s MINT-Ausbildungsbetriebe erwarten:

Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, die Bereitschaft, sich immer wieder auf neue Menschen / Kunden einzulassen, sauberes und freundliches Auftreten

Insider-Tipps:

„Der Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ist ein sehr abwechslungsreicher Beruf, den keine Maschine übernehmen kann. Ich sehe und mache fast jeden Tag etwas anderes. Von Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärinstallation im Rohbau und der Industrie bis hin zur Fein- und Fertiginstallation beim Kunden zuhause ist alles dabei.“

Sascha Engbert, Geselle in der 2. Ausbildung bei Otte Haustechnik

Anlagenmechaniker/in Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Der Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Sascha Engbert lädt einen Firmentransporter ein und lächelt in die KameraEin Tag mit:

Sascha Engbert, 23 Jahre, Realschulabschluss: nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zum Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik nun im letzten Jahr seiner zweiten Ausbildung zum Elektroniker Energie- und Gebäudetechnik. Beide Ausbildungen bei Otte Haustechnik GmbH, Bad Laer.

Mitdenken ist wichtig

Mein Arbeitstag beginnt morgens um 7:00 Uhr. Als erstes schaue ich auf unseren Arbeitsplan. Hier sehe ich mit welchem Gesellen ich los fahre und wo es hingeht. Danach wende ich mich an meinen Gesellen und wir packen das Material für die Baustelle zusammen und fahren los. Heute tauschen wir eine Heizungsanlage aus. Auf der Baustelle richte ich mich mit meinem eigenen Werkzeug ein und wir besprechen gemeinsam, wie wir vorgehen.

Zuerst wird die alte Heizungsanlage demontiert und aus dem Keller geschafft. Dabei müssen wir genau überlegen, wie wir den Kessel transportieren ohne die Hauswände zu beschädigen. Dank Hilfsmitteln, wie dem elektrischen Treppensteiger, ist die Arbeit körperlich weniger anstrengt, als man sich das vorstellt. Jetzt beginnt der Neuaufbau der Anlage. Als erstes baue ich Komponenten wie Pumpen und Ventile in die Anlage ein. Auch die elektrische Montage mache ich. Bei diesen Arbeiten ist es notwendig, selber mitzudenken. Wenn ich die Anlage zum Beispiel nicht korrekt anschließe, können einzelne Komponenten beschädig werden. Außerdem muss ich hydraulische und elektrische Pläne lesen und verstehen können, was ich während meiner Ausbildung gelernt habe.

Das Schöne ist: Ich habe selber etwas gebaut

Im nächsten Schritt stelle ich neue Rohrverbindungen her, in denen die Wärme vom Heizkessel zu den Heizkörpern geführt wird. Das mache ich mit der Presse, geschweißt wird heute nur noch vereinzelt. Ein neuer Wasserspeicher, eine neue Gasleitung zum Befeuern der Anlage und eine neue Abgasanlage müssen wir ebenfalls installieren. Nachdem wir die Gasleitung installiert haben, müssen wir eine Dichtigkeitsprüfung nach TRGI 2008 machen. Das ist vorgeschrieben und sehr wichtig. So können wir sicherstellen, dass die Leitungen wirklich dicht sind und kein Gas austreten kann. Am Ende des Tages nehmen mein Kollege und ich die Anlage in Betrieb. Alles funktioniert reibungslos. Und der Kunde freut sich über seine neue Heizanlage.

Das ist das Schöne am Ende eines Arbeitstages: Ich habe selber etwas gebaut und sehe genau wie viel ich geschafft habe.

Anlagenmechaniker/in Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Anlagenmechaniker Sascha Engbert kniet vor den Versorgungsleitungen einer Heizanlagen, denen er ein Rohr auswechseltInterview mit Sascha Engbert, Anlagenmechaniker SHK und in der 2. Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik

Wie bist du darauf gekommen, dich zum Anlagenmechaniker Sanitär, Heizung, Klima ausbilden zu lassen?

Ich hatte zuerst ein Praktikum als KFZ-Mechatroniker gemacht und wollte noch etwas anderes ausprobieren. Das Praktikum als Anlagenmechaniker SHK gefiel mir so gut, dass ich mich für die Ausbildung entschieden habe.

Was zeichnet deinen Beruf besonders aus?

Mein Beruf ist sehr vielseitig und abwechslungsreich. Es ist sehr wichtig, selbständig Entscheidungen zu treffen, wenn man auf der Baustelle oder beim Kunden ist. 

Welche Fähigkeiten, Eigenschaften sollten an dem Beruf Interessierte unbedingt mitbringen?

Technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und man muss gut mit Menschen umgehen können. Wir haben ständig mit anderen Kunden zu tun, auf deren Wünsche wir eingehen müssen.

Du hast nach deiner ersten Berufsausbildung gleich eine zweite angeschlossen. Warum?

Als ich mich für den Anlagenmechaniker beworben hatte, wurde mir zu diesem Zeitpunkt schon angeboten später eine 2. Ausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik zu machen. Nach meiner Gesellenprüfung  bin ich gleich mit der 2. Ausbildung gestartet. Zugleich arbeite ich zwischendurch als Geselle für Anlagenmechanik. So habe ich ein etwas höheres Einkommen als in einer normalen Ausbildung.

Welchen Vorteil hast du durch die beiden Ausbildungen?

Durch die Digitalisierung und Vernetzung rücken die Inhalte der beiden Berufe immer näher zusammen. Mit meinen beiden Ausbildungen bin ich nicht nur vielseitig einsetzbar, sondern kann bei meiner Arbeit auch immer über den Tellerand des einen Berufs schauen. Für meine weitere berufliche Entwicklung bin ich so sehr gut aufgestellt.

Wie stellst du dir deine berufliche Zukunft vor?

Ich möchte mich auf jeden Fall noch weiterbilden, eventuelle als Techniker oder Meister. Es gibt auch noch andere Weiterqualifizierungsangebote. Das ist das Schöne an meinem Beruf, dass ich so vielfältige Perspektiven haben. Dabei kommen mir auch meine beiden Ausbildungen zugute.

Anlagenmechaniker/in Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Sascha Engbert steht mit einem Kollegen vor alten Heizungsrohen und hält eine neue Zuleitung hochWeiterqualifizierungen nach abgeschlossener Berufsausbildung:

Handwerksmeister/in: z.B. Installateur- und Heizungsbaumeister/in / Dauer: Unterschiedlich, je nach Bildungsanbieter und Unterrichtsform (Vollzeit/Teilzeit/Fernunter­richt) oder: Industriemeister/in Elektrotechnik

Techniker/in: z.B. Techniker/in Heizungs-, Lüftungs-, Klimatechnik (staatl. geprüft) / Dauer: Vollzeit 2 Jahre, in Teilzeit 3-4 Jahre. Oder Techniker/in Sanitärtechnik (staatl. geprüft) / Dauer: Vollzeit 2 Jahre, in Teilzeit 3-4 Jahre.

Studium: z.B. Versorgungstechnik / Dauer: ca. 3 Jahre, oder Facility-Management, Techn. Gebäudemanagement, Dauer: ca. 3 Jahre.