Elektroniker/in Automatisierungstechnik

Azubi Elektroniker Automatisierungstechnik arbeitet mit Schraubendreher am Schaltschrank

Let’s MINT-Ausbildungsbetrieb:

NFT Automatisierungssysteme GmbH, Ibbenbüren

Dauer:

Die Ausbildung zum/zur Elektronikerin Automatisierungstechnik dauert 3,5 Jahre in Betrieb und Schule

Schulabschluss:

Für die Ausbildung zum/zur Elektroniker/in Autmatisierungstechnik verlangen die meisten Betriebe einen mittleren Bildungsabschluss. 2010 hatten 67 % der Ausbildungsanfänger/innen einen mittleren Bildungsabschluss, 29 % die Hochschulreife, 4 % den Hauptschulabschluss, 5 % hatten eine Berufsfachschule absolviert.

Planen, installieren, programmieren

Egal ob die leckeren Schokokekse auf deinem Schreibtisch, das duftende Duschbad, dein neues Smartphone oder die Saftflasche – alle diese Produkte werden in automatisierten Prozessen hergestellt. Dass die Kekse in der Großbäckerei nicht verbrennen oder genau die richtige Menge Saft in der Flasche ist, dafür sorgen Elektroniker/innen Automatisierungstechnik. Du planst und installierst in komplexen Anlagen Bauteile, mit deren Hilfe Abläufe automatisiert oder verbessert werden. Außerdem programmierst du die dazugehörigen Computersteuerungen. Wenn bei den automatisierten Abläufen Fehler auftreten, suchst du nach der Ursache. Du beseitigst den Fehler und bringst die Produktion wieder in Gang.

Die Stromflüsse im Griff

Die Grundlage dafür, dass Prozesse überhaupt automatisiert werden können, ist der Strom. Und der ist unsichtbar. Sichtbar sind jedoch die vielen Leitungen, die Maschinen und Produktionsanlagen mit Strom und Informationen versorgen. Als Elektroniker/in Automatisierungstechnik musst du wissen, wie Strom, Sensoren, Lichtschranken und Motoren von Fließbändern oder Ofenklappen so synchronisiert werden, dass am Ende zum Beispiel ein leckerer Schokokeks herauskommt. Dafür brauchst du logisches Denken. Außerdem muss du dir abstrakte Abläufe vorstellen können. Und nicht zuletzt ist handwerkliches Geschick erforderlich. Denn du verdrahtest zum Beispiel auch Schaltschränke. Später verbindest du diese mit  komplexen Anlagen. Ein vielseitiger Beruf! Als Elektroniker/in Automatisierungstechnik installierst du Bauteile zudem später bei Kunden, setzt die Anlage in Betrieb und erklärst die Bedienung. Eventuell reist du dafür auch ins Ausland.

Daran solltest du Spaß haben:

Logisches Denken

Tüfteln, Kombinieren, Ausprobieren

Handwerken mit Geschick, im Team arbeiten

Weitere Infos:

Berufenet der Arbeitsagentur

Berufenet Steckbrief

Elektroniker/in Automatisierungstechnik

Detailaufnahme von Flex, die beim Schneiden von Metall Funken schlägt

Schulfächer, die den Durchblick erleichtern:

Mathe, Physik, Deutsch

Eigenschaften, die nützlich sind:

Sorgfalt, Teamgeist, Ausdauer

Was die Let’s MINT-Ausbildungsbetriebe erwarten:

Starke Teamorientierung und gegenseitiges Vertrauen, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen

Insider-Tipps:

„Der Beruf Elektroniker/in Autmatisierungstechnik ist etwas für Menschen, die früher gerne mit der Eisenbahn gespielt haben. Man muss zuerst planen. Dann baut man das System zusammen und nicht selten läuft es gar nicht so wie gedacht. Darüber darf man sich nicht ärgern. Im Gegenteil, das ist es, was den Reiz des Berufs ausmacht. Es ist etwas für alle, denen das Tüfteln Spaß macht und die das Lösen von Problemen als Herausforderung ansehen.“

Frank Haacks, Geschäftsführer NFT-Automatisierungssysteme

„Dieser Beruf ist nichts für Einzelkämpfer. Es geht ganz stark darum, im Team Lösungen zu finden. Dafür muss einem Teamarbeit richtig Spaß machen. Und man muss flexibel und bereit sein, über den Tellerrand seines Arbeitsbereichs hinaus zu schauen.“

Felix Büchter, Auszubildender NFT-Automatisierungssysteme

Elektroniker/in Automatisierungstechnik

Felix programmiert am Computer

Ein Tag mit:

Felix Büchter 17 Jahre, erweiterter Realschulabschluss, während seines 2. Ausbildungsjahres zum Elektroniker Automatisierungstechnik bei NFT-Automatisierungssysteme, Ibbenbüren

Kein Auftrag gleicht dem anderen

Mein Arbeitstag bei der NFT GmbH beginnt um 7 Uhr mit einem Knopfdruck auf den PC. Wenn der hochgefahren ist und ich meine Mails gecheckt habe, starte ich das Programm „Step 7“. Mit dieser Software von Siemens arbeite ich zurzeit am meisten. Sie ist aber nur ein Teil unseres Spektrums an Anwendersoftware und Entwicklungsprogrammen. Mit ihnen programmieren wir die dazugehörigen speicherprogrammierbaren Steuerungen, kurz SPS. Diese Steuerungen werden eingesetzt, um Abläufe und Prozesse zu automatisieren. Und zwar in total unterschiedlichen Bereichen: zum Beispiel in der Lebensmittel-, Chemie-, oder Autoindustrie, im Maschinen- und Straßenbau, der Klärtechnik oder Logistik. Es ist total spannend in so unterschiedlichen Bereichen zu arbeiten, weil man sich immer auf neue Anforderungen und Bedingungen einstellen muss. Kein Auftrag gleicht dem anderen.

Vormittags Teamwork im Büro

Ich bin gerade an einem Projekt beteiligt, in dem es um die Erweiterung einer Anlage zur Herstellung von Bauplatten verschiedener Größen geht. Die Steuerung der Anlage wurde von NFT vor einiger Zeit installiert und programmiert. Der Kunde möchte nun, dass eine Bürste auf einem Schienensystem beschmutzte Stangen während der Produktion reinigt. Dafür müssen der schon vorhandene Schaltplan und das SPS-Programm  überarbeitet werden. Vorher klären meine Kollegen und ich, welche Funktion die Erweiterung im Detail haben soll, welche Sensoren, Motoren und Schutzvorrichtungen benötigt werden.

Logisches Denken gefragt

Erst wenn wir im Team alles ganz genau durchgesprochen haben, kann ich anfangen. Dabei programmiere ich die Steuerung eigentlich nicht neu, sondern parametriere sie. Das bedeutet, dass ich die Einstellungen oder Parameter so verändere, dass das Programm neue Abläufe und Anwendungen steuern kann. Hier ist logisches Denken gefragt: Im Kopf gehe ich die Funktionsabläufe durch. Die Arbeit ist anspruchsvoll und ich muss Verantwortung übernehmen. Das macht mir echt Spaß.

Handwerkliches Arbeiten gehört dazu

Mit dem fertigen und getesteten Programm fahre ich mit einem Kollegen zum Kunden, um die neue Programmierung an seiner Anlage zu installieren. Zuerst müssen wir die Kabel neu im Schaltschrank beziehungsweise an den entsprechenden Sensoren, Motoren etc. der Anlage anschließen. Das Lesen von Stromleitplänen und Verdrahten habe ich im ersten Ausbildungsjahr gelernt, ebenso wie das Bauen von Schaltschränken. Standbohrmaschine, Flex oder Elektrosäge gehören genauso zu meinen Arbeitsmitteln wie der Computer. Das macht die Arbeit noch einmal abwechslungsreicher.

Jede „Baustelle“ ein kleines Abenteuer

Jede Baustelle – so nennen wir die Einsätze beim Kunden – ist wie ein neues Abenteuer. Es gibt immer andere Probleme, die zu lösen sind. So gleicht kein Außeneinsatz dem anderen. Nachdem wir die Anlage verdrahtet und mit der SPS verbunden haben, führen wir einen Test durch. Programm und Verdrahtung funktionieren! Jetzt testen wir die Anlage „trocken“, also ohne dass sie produziert. Erst danach nehmen wir in Absprache mit dem Produktionsleiter die Anlage in Betrieb. Alles läuft! Wir sind zufrieden und der Kunde auch. Zum Abschluss weisen wir den Produktionsleiter noch in die Bedienung der überarbeiteten Steuerung ein.

Dokumentation ist Pflicht

Abgeschlossen ist der Auftrag für uns noch nicht. Zurück in der Firma müssen wir noch etwas sehr Wichtiges erledigen, das die Firma NFT unter anderem auszeichnet: Die ausführliche Dokumentation. Das heißt alle Datenblätter, Sicherheitsbewertungen, Funktionsdiagramme, Schaltpläne und Programme werden zusammengefasst und auf eine Dokumentations-CD geschrieben, die auch der Kunde erhält. Der Arbeitstag war anstrengend. Und ich gehe zufrieden in meinen wohlverdienten Feierabend.

Elektroniker/in Automatisierungstechnik

Porträtfoto von Elektroniker Felix vor einem Schaltschrank

Interview mit Felix Büchter während seines 2. Ausbildungsjahres

Du hattest nach Deinem Realschulabschluss die Empfehlung für das Gymnasium. Warum hast Du dich für die Ausbildung zum Elektroniker Automatisierungstechnik entschieden?

Weil ich erst Mal tätig werden wollte! (Lacht) Und die ständige Weiterentwicklung der Technik, automatisierte Arbeitsprozesse und all das, was dahinter steckt, haben mich immer schon fasziniert.

Was charakterisiert Deine Arbeit bzw. Ausbildung?

Es ist enorm abwechslungsreich. Wir haben unterschiedliche Kunden, Außeneinsätze, Projekte und Anforderungen. Außerdem kann ich Projekte vom Entwurf bis hin zur fertig automatisierten Anlage mitverfolgen und daran mitarbeiten. Das ist schon Klasse.

Was gefällt dir besonders?

Ich finde es toll, dass ich meine eigenen Ideen einbringen und kreativ sein kann. Das ist bei der Arbeit so und auch in der Berufsschule.

Gibt es etwas, was Du zu Beginn als schwierig empfunden hast, das Dir heute aber leicht fällt?

Ja, in meinem Ausbildungsbetrieb übernimmt man schon früh Verantwortung für die Dinge, die man macht. Am Anfang fiel mir das schwer, weil ich natürlich nichts falsch machen wollte. Jetzt ist das eigenverantwortliche Arbeiten genau das, was mir großen Spaß macht.  Ich gehe selbstbewusst an meine Aufgaben und Pflichten ran. Alle Kollegen hier arbeiten mit großem Verantwortungsbewusstsein, aber wir helfen uns auch alle gegenseitig. Das ist gute Teamarbeit.

Elektroniker/in Automatisierungstechnik

Weiterqualifizierungen nach abgeschlossener Ausbildung:

Meister/in:

z.B. Industriemeister/-in Fachrichtung Elektrotechnik / Dauer: Vollzeit ca. 4 bis 10 Monate, Teilzeit 9 Monate bis 3 Jahre, Fernunterricht ca. 2 1/2 Jahre

Techniker/in:

z.B. Techniker/in Elektrotechnik (Automatisierungstechnik) / Dauer: Vollzeit 2 Jahre, Teilzeit 4 Jahre,  Fernunterricht ca. 3 1/2 Jahre.

Studium:

z.B. Ingenieur/in für Elektrotechnik / Dauer: ca. 3 Jahre

Jobmöglichkeiten:

Als Facharbeiter/in:

Einrichtung hochkomplexer, rechnergesteuerter Industrieanlagen, Programmierung und Test der Anlagen, Inbetriebnahme, Instandhaltung.

Als Meister/in:

z.B. als Industriemeister/in Fachrichtung Elektrotechnik: Fach- und Führungsaufgaben in Betrieben der Elektroindustrie, z.B. in der Planung und Fertigung von Automatisierungsanlagen

Als Techniker/in:

z.B. als staatl. gepr. Techniker/in Elektrotechnik (Automatisierungstechnik): technische, organisatorische, kaufmännische Aufgaben in der Planung, Entwicklung, Produktion, Wartung, Vertrieb von Automatisierungsanlagen

Mit Hochschulabschluss:

z.B. als Ingenieur/in für Elektrotechnik: Leitungsfunktionen in Produktionsunternehmen