Industriemechaniker/in Maschinen und Anlagen

Industriemechaniker Christoph mit MINT-Buchstaben vor Wickelwalzen

Let’s MINT Ausbildungsbetriebe:

Spanntec Wickelsysteme, Bad Iburg

PRESTO, Bad Laer

Dauer der Ausbildung zum Industriemechaniker:

3,5 Jahre in Betrieb und Schule

Schulabschluss:

Es ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Über die Hälfte der Ausbildungsanfänger/innen hat einen mittleren Schulabschluss, 20 % haben einen Hauptschulabschluss.

Vielseitige Spezialisten

Industriemechaniker/innen sind vielseitige Spezialisten. In deinem Betrieb sorgst du mit dafür, dass alles wie am Schnürchen läuft. Du montierst einzelne Baugruppen oder Teile von Anlagen und Maschinen. Außerdem kannst du Maschinen bedienen und reparieren. Was im Einzelnen deine Aufgabe als Industriemechaniker/in ist, hängt auch vom Arbeitgeber ab. In jedem Fall brauchst du ein gutes technisches Verständnis, um zum Beispiel bei Reparaturen schnell den Fehler zu erkennen. Handwerkliches Geschick ist auch von Vorteil, da du einzelne Bauteile auch selber herstellst und dafür fräsen, schleifen, drehen oder schweißen musst. Das kannst du auch bei Reparaturarbeiten oder Instandhaltung gebrauchen.

Immer neue Herausforderungen

Als ausgebildete/r Industriemechaniker/in planst du deine Arbeit eigenverantwortlich und tauscht dich dabei mit Kollegen aus. Und du musst flexibel sein, weil der Produktionsalltag dich immer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Bei Problemlösungen ist Kreativität natürlich auch hilfreich. Industriemechaniker/innen arbeiten in allen denkbaren Branchen. Dein Arbeitsplatz sind vor allem Fertigungs- und Produktionshallen oder die Montage.

Daran solltest du Spaß haben:

Zusammenarbeit im Team, Eigenverantwortung

geschicktes Handwerken

technische Zusammenhänge durchschauen, flexibel reagieren

Weitere Infos:

Berufenet der Arbeitsagentur

Steckbrief Berufenet

Beerobi

Industriemechaniker/in Maschinen und Anlagen

Industriemechaniker schraubt an einer Wickelwalze

Schulfächer, die den Durchblick erleichtern:

Physik, Mathe, Werken, Informatik

Eigenschaften, die nützlich sind:

Zusammenhänge erkennen, Zahlenverständnis, Präzision, Teamgeist, zwei rechte Hände

Was die Let’s MINT-Ausbildungsbetriebe erwarten:

Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit

Insider-Tipp:

„Industriemechaniker/innen müssen technische Zeichnungen lesen können, räumliches Vorstellungsvermögen haben und mit Fingerspitzengefühl Baugruppen montieren können.“

Kai Springmeier, Meister Spanntec Wickelsysteme

Industriemechaniker/in Maschinen und Anlagen

Industriemechaniker Christoph Hoffmann bearbeitet lächelnd mit der Feile ein Metallteil an der Werkbank

Ein Tag mit:

Christoph Hoffmann, Realschulabschluss, beschrieben während seines 1. Ausbildungsjahres zum Industriemechaniker bei Spanntec Wickelsysteme, Bad Iburg

Metallgrundkurs zum Einstieg

In den ersten drei Ausbildungsmonaten musste ich einen Metallgrundkurs absolvieren. Dazu gehörte das Feilen, Bohren, Sägen und Montieren. Das Feilen stand im Mittelpunkt, denn dabei bekommt man am Besten ein Gefühl für Metall. Und das brauchen wir in unserem Job unbedingt. Zum Ende des Kurses haben wir einen Schraubstock gefertigt. Nach den drei Monaten durfte ich dann endlich mit in der Endmontage arbeiten.

Wissen über Werkstoffe ist wichtig

Jetzt, bei der täglichen Arbeit, sind mir die Kenntnisse aus dem Metallgrundkurs eine große Hilfe. So muss ich zum Beispiel die unterschiedlichen Werkstoffe unterscheiden können, wie Stahl oder Aluminium. Und ich muss wissen, wie ich diese Werkstoffe bearbeite und mit welchem Werkzeug. Wellen aus Kohlenfaser darf ich nicht mit dem Brenner erwärmen, da sie davon kaputt gehen würden. Bei Stahl oder Alu ist das ganz anders.

Wellen und Walzen mit komplexer Technik

Meine Hauptaufgabe ist das Montieren, Demontieren und Reparieren von Walzen. Mein Ausbildungsbetrieb, die Firma Spanntec, stellt Wickelwellen und Walzen her, die später in Maschinen und Anlagen eingebaut werden. Sie wickeln dann Papierbahnen, Kunststoff- oder Alufolie, Textilien oder Vlies auf und ab. Andere Walzen führen die Bahnen durch die Maschine. Unsere Wellen und Walzen sind viel mehr als bloße Metallzylinder, die sich in der Maschine drehen. Dahinter verbirgt sich jede Menge Technik: zum Beispiel ein Druckluftsystem, mit dem später Papphülsen auf den Walzen befestigt werden können. Wir stellen auch Heizwellen her zur Trocknung von Bahnen aus Papier oder Zellstoff. Und mit dieser Technik muss ich mich genau auskennen. Gute Mathe-, und Physikkenntnisse sind wichtig, um die technischen Abläufe zu verstehen und Berechnungen anzustellen. Außerdem wird schon früh selbständiges Arbeiten erwartet.

Zusammenbauen und Reparieren

Wenn ich eine neue Walze zusammenbaue, gehe ich nach einer Zeichnung vor, die ich von meinem Meister oder einem Kollegen bekommen habe. Sie erklären mir auch, was ich genau machen soll und wie es am Besten geht. Bei manchen Arbeitsschritten muss ich zum Beispiel die Welle vorher erhitzen. Dadurch dehnt sich das Material aus und ich kann ein anderes Bauteil leichter in die Welle schieben und befestigen. Defekte Wellen montiere ich auseinander und suche den Fehler. Das kann ein kaputter Druckluftschlauch sein oder eine defekte Kunststoffleiste. Manchmal muss ich auch Metallteile reparieren. Dabei muss ich bohren, schleifen, feilen, drehen und Gewinde schneiden. Dafür brauche ich handwerkliches Geschick und technisches Verständnis. Wenn ich ein Bauteile repariere oder fertige muss ich nämlich genau wissen, wie die Welle später in der Maschine arbeitet. Nur so kann ich die Funktionen der einzelnen Bauteile in der Welle erkennen und mögliche Defekte korrigieren.

Abwechslungsreicher Alltag

Neben der Arbeit in der Montage arbeite ich auch im Lager, wo ich Wellen aus- oder einpacke. Wichtig ist, dass die Wellen genau in die Kisten passen und alles gut gesichert ist. Ich finde es gut, dass meine Arbeit so abwechslungsreich ist. Hier ist kein Tag wie der andere.

Industriemechaniker/in Maschinen und Anlagen

Weiterqualifizierungen

Meister/in: z.B. Industriemeister/in Metall / Dauer: Vollzeit ca. 6 bis 12 Monate, Teilzeit ca. 1 1/2 bis 3 1/2 Jahre, Fernunterricht ca. 30 Monate

Techniker/in: z.B. staatl. gepr. Techniker/in Maschinentechnik / Dauer: Vollzeit 2 Jahre, Teilzeit 4 Jahre, Fernunterricht 3 1/2 Jahre

Studium: z.B. Ingenieur/in Maschinenbau / Dauer: ca. 3 Jahre

Jobmöglichkeiten:

Als Facharbeiter/in: Herstellung, Einrichtung, Umbau von Geräteteilen und Baugruppen für Maschinen und Produktionsanlagen, Überwachung von Fertigungsprozessen, Reparatur- und Wartungsaufgaben.

Als Meister/in: z.B. Industriemeister/in Metall: Fach- und Führungsaufgaben in allen betrieblichen Funktionsbereichen der Metallindustrie, insbesondere in der Fertigung und Montage von Metallerzeugnissen und Maschinen aller Art

Als Techniker/in: z.B. staatl. gepr. Techniker/in Maschinentechnik: Entwicklung, Berechnung, Konstruktion, Montage, Instandhaltung von Maschinen und Anlagen

Mit Hochschulabschluss: z.B. Ingenieur/in Maschinenbau: Entwicklung, Planung, Konstruktion, Überwachung der Produktion von Maschinen und Anlagen, Kundenservice, Anwendungsberatung