Spanntec Wickelsysteme

Aussenaufnahme des Unternehmens Spanntec mit großem Firmenschild im Vordergrund ist ein grüner Busch

Die Spezialisten für den richtigen Dreh

Jeder kennt das: Die Rolle Toilettenpapier oder Küchenkrepp fällt einem aus der Hand, rollt quer durch den Raum und wickelt sich fast komplett ab. Oder man hat viel zu viel Alufolie herausgezogen… So leicht das Abwickeln geht, am Aufwickeln scheitert’s. Die Rolle sieht danach ganz anders aus: nämlich ziemlich knitterig und schief. Die Maschinen, die Papier oder Folie aufwickeln, kriegen das einfach viel besser hin. Kein Wunder: hinter der maschinellen Ab- und Aufwicklung verbirgt sich hoch komplexe Technik. Hergestellt wird die unter anderem bei Spanntec Wickelsysteme in Bad Iburg.

Hightech für die optimale Rolle

Seit 1995 produziert das Unternehmen Wickelwellen und Walzen, die es in sich haben. Denn Spanntec-Produkte wickeln Materialbahnen nicht nur auf und ab, sie führen sie auch durch den gesamten Produktionsprozess einer Anlage. Dafür müssen die Rollen die unterschiedlichsten Anforderungen erfüllen. Es gibt Bahnleitwalzen, Bahnumlenkwalzen, Messwalzen, Tänzerwalzen, Tragwalzen, Leichtlaufwalzen und noch einmal mindestens so viele Spezialausführungen für Wickelwellen.

Made in Germany als Qualitätssiegel

Spanntec produziert die Walzen und Wellen für Maschinenbauer, Papier- und Folienhersteller, Druckereien oder die Pharmaindustrie. Zu den Kunden zählen mittelständische Unternehmen ebenso wie Konzerne und Großunternehmen wie Windmöller & Hölscher, Bischof & Klein oder die Felix Schöller Gruppe. Die meisten Wellen und Walzen werden innerhalb Deutschlands verkauft, gut 20 Prozent gehen ins europäische Ausland. Spanntec ist einer der wenigen Hersteller von Walzen und Wellen, die ihre Produkte nicht nur selber entwickeln, sondern auch komplett im eigenen Haus herstellen. „Made in Germany“ lautet das Qualitätssiegel des Familienunternehmens. Auch fast alle Lieferanten  kommen aus Deutschland. „Wir machen uns als Maschinenbauer stark für den Standort“, sagt Geschäftsführer Jan Liescher.

Spanntec Wickelsysteme

Mitarbeiter kontrolliert eine Wickelwalze aus Metall

Alles dreht sich um Qualität

Spanntec hat zwei wesentliche Produktbereiche: die Wellen zum Auf- und Abwickeln von Bahnen aus Papier, Kunststoff- oder Aluminiumfolie, Vlies oder Textilien. Außerdem die Walzen, mit denen diese Bahnen durch Maschinen und Anlagen geführt werden. So durchläuft zum Beispiel eine Kunststoffbahn, bevor sie eine Plastiktüte wird, diverse Stationen innerhalb einer Maschine. Dazu gehören Faltung, Bodenlegung, Klebung, Henkelstation etc.. Zu den einzelnen Stationen gelangt die Bahn über ganz unterschiedliche Walzen. Das Komplizierte daran ist, dass die Bahn immer mit ganz genau gleicher Geschwindigkeit und Spannung laufen muss. Sonst wird der Boden der Plastiktüte plötzlich an einer ganz anderen Stelle gefaltet, das Druckbild verrutscht und am Ende sieht’s ein bisschen so aus, wie die selbst aufgewickelte Küchenrolle – würde natürlich kein Mensch kaufen!

Für jedes Produkt die richtige Walze

Deshalb machen sich bei Spanntec viele Leute Gedanken darüber, wie die Walzen und Wickelwellen so konstruiert werden können, dass am Ende immer optimale Ergebnisse erzielt werden. Je nach Kunde und Auftrag stehen sie vor ganz unterschiedlichen Anforderungen. Zum Beispiel gibt es bei Frischhaltefolie das Problem, dass sie etwas klebrig ist. Deshalb müssen hier andere Walzen und Wellen verwendet werden als für Papier.

Service und Reparatur werden groß geschrieben

Innerhalb der Walzen verbirgt sich zusätzlich jede Menge Hightech, wie pneumatische Spannsysteme mit Druckfedern und Spannbolzen, Kühlungen oder Heizungen und vieles mehr. Zudem produziert das Unternehmen noch Zubehör wie Adapter oder Wickelzapfen. Viel Wert legt Spanntec auf Service nach dem Verkauf. Da die Walzen und Wellen so komplex sind, werden sie nicht einfach weggeworfen, wenn einzelne Komponenten abgenutzt sind, sondern repariert. Um all das kümmern sich die rund 50 Spanntec-Mitarbeiter im neuen Firmengebäude in Bad Iburg.

Spanntec Wickelsysteme

Geschäftsführer Jan Liescher unterhält sich mit einem Meister in der Produktionshalle

Die Firma SPANNTEC bildet in folgenden MINT-Berufen aus:

Zerspanungsmechaniker/in Drehmaschinen

Eigenverantwortlich und mit vereinten Kräften

In einem mittleren Betrieb wie Spanntec Wickelsysteme sind die einzelnen Abteilungen und Arbeitsbereiche nicht so stark voneinander getrennt wie in einem Großunternehmen. Je nach Auftrag müssen die Mitarbeiter/innen deshalb verschiedene Aufgaben wahrnehmen. Geschäftsführer Jan Liescher erwartet deshalb viel Flexibilität von seinem Team. Als inhabergeführtes Familienunternehmen hat Spanntec flache Entscheidungshierarchien. Der Geschäftsführer ist für seine Mitarbeiter jederzeit ansprechbar. Auch wenn es um private Probleme geht, die sich möglicherweise auf den Job auswirken. „Wichtig sind die Menschen, die hinter den Produkten stehen“, lautet das Motto der Geschäftsleitung.

Und das meinen die Mitarbeiter/innen:

„Wir sind ein Team, da halten alle zusammen. Das Arbeitsklima ist super und wir verstehen uns alle gut. Der Chef ist auch immer gut drauf. Ich gehe gerne zur Arbeit.“

Andre Mittelberg, Industriemechaniker

„Ich arbeite schon seit 17 Jahren für Spanntec und das Arbeitsklima ist hundertprozentig gut. Die Kollegialität ist hervorragend und die Beziehung zum Chef ist gut, wir duzen uns alle. Das ist wie eine große Familie. Alle Mitarbeiter bringen sich ein, da gibt es keine Ausnahmen. Wenn viel Arbeit da ist, wird das bekannt gegeben und dann werden eben Überstunden gemacht. Wenn es drauf ankommt, stehen alle hinter der Firma. Ich glaube, ich spreche da für alle hier.“

Friedhelm Espeter, Industriemechaniker

„Das Arbeitsklima ist hundertprozentig gut!“

„Das ist mein vierter Job und er ist der Beste. Ich bin mit Begeisterung dabei. Eigentlich wollte ich mich immer selbstständig machen, aber im Prinzip ist das hier so als ob ich selbstständig wäre. Ich kann sehr eigenverantwortlich arbeiten, Hauptsache es kommt ein vernünftiges Ergebnis dabei heraus.  Außerdem habe ich den Rückhalt von den Kollegen. Ich würde das als familiäres Verhältnis bezeichnen.“

Franz-Josef Krützmann, Maschinenbaumeister

„In der Ausbildung habe ich in viele Abteilungen reingeschnuppert und würde sagen, dass ich jetzt schon relativ erfahren bin. Das ist auch ein Vorteil von kleineren Unternehmen, man kriegt viel mehr mit. Das Arbeitsklima ist sehr gut. Ich bin die einzige Frau in der Abteilung. Aber das ist kein Nachteil. Ich fühle mich hier wohl.

Kristin Tobergte, Technikerin Maschinenbau

„Mir macht die Arbeit Spaß. Wir arbeiten sehr eigenverantwortlich. Man bekommt morgens seinen Auftrag und den kann man dann abarbeiten. Im Endeffekt ist das selbstständiges Arbeiten. Wer hier eine Ausbildung macht, wird frühzeitig zum eigenständigen Arbeiten angeleitet. Außerdem ist man in einem kleineren Betrieb keine Nummer und kennt die Stärken und Schwächen jedes einzelnen. Deswegen können wir in dem Bereich arbeiten, der uns auch wirklich liegt.“

Jürgen Böttcher, Industriemechaniker

Spanntec Wickelsysteme

Spanntec Mitarbeiter steht lächelns mit Akten vor einer Regalwand

Neue Märkte erschließen

Seit Jahren gehört Spanntec zu den Spezialisten in der Spann- und Wickeltechnik. Deutschland ist zwar der wichtigste Markt für das Familienunternehmen. Wachstumschancen sieht die Firma aber auch in Ländern wie der Türkei. Als eines der wenigen Unternehmen für Spann- und Wickeltechnik stellt Spanntec seine Produkte komplett in Deutschland her – für die Firma ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal.

Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden gebraucht

Die Optimierung der Qualität sowie die Entwicklung neuer Produkte sind die Herausforderungen der Zukunft. Durch eigene Innovationen möchte sich Spanntec stärker am Markt positionieren. Dafür benötigt das Unternehmen motivierte und engagierte Fachkräfte. Die Übernahmechancen nach einer beruflichen Ausbildung sind hoch. Weiterqualifizierungsmaßnahmen wie die Technikerausbildung werden unterstützt. Mehrere Mitarbeiter/innen wurden nach einer Weiterbildung bereits wieder eingestellt oder in besserer Position weiter beschäftigt.