Techn. Produktdesigner 

Let’s MINT Ausbildungsbetrieb:

Höcker Polytechnik, Hilter a.T.W.

PRESTO, Bad Laer

Dauer:

3,5 Jahre in Betrieb und Schule

Schulabschluss:

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Techn. Produktdesigner:innen mit Abitur ein (53%). 41 % der Ausbildungsanfänger/innen hatten 2010 einen mittleren Schulabschluss.

Planen mit Köpfchen

Kreativität kann nicht schaden. Aber künstlerische Begabung brauchst du als Techn. Produktdesigner:in nicht. Dafür sind gute Mathekenntnisse und räumliches Vorstellungsvermögen unbedingt erforderlich. Denn du schaffst die detaillierte Grundlage für die Arbeit fast aller deiner Kollegen in der Fertigung von Maschinen oder Anlagen: die technischen Zeichnungen. Nach deinen Vorgaben und Berechnungen entstehen einzelne Bauteile wie ein Zahnrad oder komplexe Anlagen.

Designen am PC statt Zeichnen

Noch bis vor kurzem hieß dein Beruf Techn. Zeichner:in. Aber zeichnen wirst du nur noch im Ausnahmefall. Dein Arbeitsplatz ist der Computer, an dem du mit Konstruktions- und Zeichenprogrammen detaillierte zwei- und dreidimensionale Konstruktionspläne erstellst. Kollegen aus der Konstruktionsabteilung, der Entwicklung, aus dem Verkauf oder Kunden haben dir vorher genau erklärt, was für ein Produkt entstehen soll. Nach diesen Angaben erstellst du die „Bauanleitung“. Technische Zeichnungen geben genau Aufschluss über Längen, Winkel oder Material der Bauteile.

Verantwortung und Teamwork

Du stellst Anlagen oder Bauteile in unterschiedlichen Perspektiven räumlich dar. Einmal so, wie sie fertig aussehen sollen, zum andern auch in alle Einzelteile zerlegt. Darüber hinaus berechnest du den Materialverbrauch und erstellst sogenannte Stücklisten, die genau auflisten, was deine Kollegen für die Herstellung benötigen. Zu deiner Aufgabe gehört auch die Sicherheit der Anlagen. So musst du zum Beispiel vorher die Explosionsgefahr bei bestimmten Prozessen berechnen und Filter einplanen, die diese Gefahr reduzieren. Ein vielseitiger Job, in dem du dich viel mit Kolleginnen und Kollegen abstimmen musst.

Daran solltest Du Spaß haben:

Arbeit am PC, Genauigkeit, Mathematik

Mitdenken, Teamarbeit

Weitere Infos:

Berufenet der Arbeitsagentur

Steckbrief Berufenet

Techn. Produktdesigner:in

Schulfächer, die den Durchblick erleichtern:

Werken, Technik, Mathe, Physik

Überprüfe, ob du fit in Mathe & Physik bist: https://www.mintfit.hamburg/ueber-mintfit/mint-fuer-schuelerinnen-und-schueler/

Eigenschaften, die nützlich sind:

Gute PC-Kenntnisse, Kreativität, Teamgeist, Präzision, Sorgfalt

Insider-Tipp:

„Man sollte besonders über räumliches Vorstellungsvermögen verfügen, technische Zusammenhänge verstehen und Spaß an der Teamarbeit haben.“

Eugen Braun, Produktdesigner bei Höcker Polytechnik

Techn. Produktdesigner:in

Ein Tag mit Pimlada:

Pimlada Siriwi, Mittlere Reife, im 2. Ausbildungsjahr zur Techn. Produktdesignerin bei Höcker Polytechnik, Hilter a.T.W.

Mit Stift, Papier und SolidEdge

Ich beginne meinen Arbeitstag bei Höcker Polytechnik morgens um 7:45 Uhr. Mein Zeichen- und Konstruktionsprogramm heißt „SolidEdge“, dass ich nach meiner Ankunft an meinem Arbeitsplatz sofort hochfahre. Als Technische Produktdesignerin habe ich die Aufgabe Bauteile zu konstruierten. Das bedeutet ich fertige technische Zeichnungen und Skizzen von Bauteilen an, die von meinen Kollegen für die Projekte bei den Kunden benötigt und von uns in der Fertigung hergestellt werden. Da nicht alles neu gezeichnet werden muss, kümmere ich mich auch um das Erneuern und Pflegen von alten Konstruktionszeichnungen. Nur so kann sichergestellt werden, dass in der Produktion das richtige Bauteil auf Basis der aktuellen Zeichnung gefertigt wird. Meine Frühstückspause endet um 9:30 Uhr. Danach arbeite ich weiter an den von meinen Kollegen vorgegebenen Zeichnungen und Aufgaben. Das Zeichnen und Konstruieren am Computer macht mir Spaß und ist abwechslungsreich. Manchmal zeichne ich erst mit Stift und Papier, um eine Skizze anzufertigen, bevor ich es in SolidEdge konstruiere.

Immer wieder neue Projekte

Manchmal ändert sich die auch Anlage für ein Projekt und dann muss ich ein bereits gezeichnetes Bauteil ändern. Ich habe jede Woche andere Projekte, die ich durch meine Arbeit unterstützen kann. Damit wir wissen, was genau wir zeichnen müssen, haben wir regelmäßige Besprechungen. Diese finden meistens nach der Mittagspause statt. Wir reden über die Projekte, die von uns bearbeitet werden müssen und welche Aufgaben von wem zu erledigen sind.Während meiner Ausbildung bin ich nicht nur in einer Abteilung, sondern war auch einige Wochen in der Produktion, in der Arbeitsvorbereitung und in der Projektierung. Ich habe gelernt, wie die Bauteile, die ich zeichne, hergestellt werden und wofür Sie benötigt werden. Das verschafft mir einen guten Überblick darüber, wie die Prozesse im Unternehmen zusammenhängen und macht meine Ausbildung abwechslungsreich.

Ein Tag mit Dennis:

Dennis Heidebrecht, Sekundarabschluss II, Reportage aufgezeichnet während seinem 4. Lehrjahr zum Techn. Produktdesigner bei PRESTO in Bad Laer.

Teamwork

Mein Arbeitstag startet um 07.00 Uhr. Ich starte meinen Rechner und öffne unser E-Mail-Programm „Outlook“, das CAD-System „SolidWorks“ und unseren EPDM-Tresor, in welchem unsere 3D-Modelle & Zeichnungen abgespeichert werden. Als Technischer Produktdesigner bin ich Teil eines Teams, das für verschiedenste Projekte zuständig ist. Egal, ob kleiner Trichter oder komplexe Ballenpresse. Sobald ich an meinem Platz sitze, wird kurz das weitere Vorgehen mit meinem Kollegen abgesprochen. Wir haben gestern ein 3D-Modell eines Auftrags angefertigt und ich bin nun für die Zeichnungen verantwortlich, welche erstellt, gedruckt und in die Fertigung gegeben werden müssen. Häufig müssen aber auch Änderungen an einem bereits fast fertigen Projekt durchgeführt werden. Das ist völlig normal. Nachdem nun klar ist, was genau zu tun ist fange ich auch direkt an.

Zeichnungen – nicht unwichtig

Eine meiner Hauptaufgaben ist das Herstellen der Zeichnungen, welche die Grundlage für die Kollegen aus der Fertigung sind. Auch das Erneuern vorhandener „Standard-Zeichnungen“ für die Serienfertigung darf nicht vergessen werden, falls sich da etwas ändert. Immerhin muss auch in dieser Hinsicht die Fertigung immer auf dem aktuellsten Stand bleiben.

Dummy für 3D-Modell 

Ab und zu bekommen wir sogenannte „Musterbehälter“ unserer Kunden zugeschickt, wenn sie eine Hub-Kipp-Vorrichtung in Auftrag gegeben haben. Wir konstruieren die bestellte Anlage dann so, dass sie optimal an ihre Behälter passen. Mein Job ist es dann die Abmessungen zu notieren, diesen Musterbehälter zeichnerisch festzuhalten und einen Dummy für unser 3D-Modell zu entwickeln.

Die Service-Stückliste – enorm wichtig

Sobald ein Sonderauftrag einer Maschine konstruktiv von uns bearbeitet wurde und die Zeichnungen in die Fertigung kommen muss die „Service-Stückliste“ bearbeitet werden. Das ist enorm wichtig, da dies die individuelle Stückliste der Anlage ist. Hier werden alle Bauteile tabellarisch aufgelistet, welche verbaut wurden. Vor Allem ist es für den Kundendienst wichtig, da sie genau wissen müssen, was verbaut wurde. Es kann ja in der Zukunft durchaus vorkommen, dass eine Reparatur der Maschine nötig ist, da ein Einzelteil Schaden nimmt und somit ersetzt werden muss. Also pass ich diese Stückliste so an, dass es passt und es in Zukunft keine eventuellen Probleme geben kann.

Feierabend

Der Arbeitsalltag neigt sich gegen 15.45 Uhr dem Ende.Ich schreibe noch kurz vorm Feierabend eben in mein Berichtsheft, was ich alles getan und erledigt habe. Anschließend fahre ich den PC herunter, verabschiede mich von meinen Kollegen und stemple aus. Morgen um 07.00 wird das nächste Projekt bearbeitet.

Techn. Produktionsdesigner:in

Azubi-Interview mit Dennis und Pimlada

Was hat dich an einer technischen Ausbildung fasziniert? Warum hast du dich für die Ausbildung Techn. Produktdesigner:in entschieden? 

Dennis: Ich habe schon immer gerne gezeichnet & mich für die Physik interessiert. Verschiedene Werkstoffe und ihre Eigenschaften fand ich auch schon früh faszinierend. Zudem habe ich Freude daran Berechnungen durchzuführen.

Pimlada: Ich habe auch immer gerne gezeichnet. In Mathematik war ich auch fit. Außerdem habe ich die Firma Höcker Polytechnik und dessen Internetaufritt als positiv wahrgenommen und mich deshalb für eine Ausbildung bei Höcker entschieden.

Was macht dir an deiner Arbeit besonderen Spaß?

Dennis: Das Arbeiten am PC & das Konstruieren selbst. Man kann ein wenig seiner Kreativität hineinfließen lassen.

Pimlada, du bist eine weibliche Auszubildende bei Höcker Polytechnik. Wie gehen die Kollegen damit um?

Pimlada: Es gibt keinen Unterschied zwischen weiblich und männlichen Azubis. Die Kollegen gehen mit allen Auszubildenden gleich um.

Hast du einen Tipp für Mädchen, die sich auch für eine gewerblich-technische Ausbildung interessieren?

Pimlada: Eigentlich für alle. Du solltest gerne zeichnen, viele Ideen und viel Fantasie haben und auch fit in Mathematik sein. Dann ist dieser kreative und abwechslungsreiche Ausbildungsberuf das Richtige.

Worauf kommt es bei Deiner Arbeit besonders an?

Dennis: Teamwork! Es arbeiten mehrere Leute an einem Auftrag und man muss sich stets absprechen für das optimale Ergebnis. Außerdem braucht man Konzentration, denn man arbeitet überwiegend mit dem Kopf.

Mit welchen Kunden und Abteilungen hast Du zu tun?

Pimlada: Zu Beginn der Ausbildung war in der Arbeitsvorbereitung und danach in der Produktion. Danach habe ich das 2D-Zeichnen für den Analgenbau im Bereich Holz und Papier gelernt. Als Technische Produktdesignerin arbeitet man eng mit den Abteilungen zusammen.

Wie stellst du dir deine berufliche Zukunft vor?

Dennis: Ich spiele mit dem Gedanken mich weiterzubilden, nachdem ich die Ausbildung erfolgreich absolviert habe. In welche Richtung genau, da bin ich mir noch unschlüssig. Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Staatlich geprüfter Gestalter, geprüfter Konstrukteur oder Techniker. 

Pimlada: Nach der Ausbildung möchte ich gerne im Unternehmen weiterarbeiten und ich mich in meinem Beruf zukünftig noch weiterbilden. Vielleicht möchte ich ein Fachabitur machen und mir die Möglichkeit offen zu halten zu studieren.

Techn. Produktdesigner:in

Weiterqualifizierungen

Meister:in: z.B. Industriemeister:in Metall / Dauer: Vollzeit ca. 6 bis 12 Monate, Teilzeit ca. 1 1/2 bis 3 1/2 Jahre, Fernunterricht ca. 30 Monate

Techniker:in: z.B. staatl. gepr. Techniker:in Maschinentechnik / Dauer: Vollzeit 2 Jahre, Teilzeit 4 Jahre, Fernunterricht 3 1/2 Jahre

Studium: da die Ausbildung im Jahr 2011 neu strukturiert wurde, bitte auf u.a. Links informieren

Jobmöglichkeiten

Nach der Ausbildung: Erstellung von technischen Zeichnungen und 3-D-Datensätze für Bauteile und Baugruppen nach gestalterischen und technischen Vorgaben bzw. Kundenwunsch, Pflege der zugehörigen technischen Begleitdokumente

Als Meister:in: z.B. Industriemeister:in Metall: Fach- und Führungsaufgaben in allen betrieblichen Funktionsbereichen der Metallindustrie, insbesondere in der Konstruktion von Maschinen

Als Techniker:in: Techn. Produktdesigner:in mit der Weiterbildung z.B. staatl. gepr. Techniker:in Maschinentechnik: Entwicklung- und Konstruktion von Industrieprodukten, z.B. Möbel, Elektromaschinen, Computer-Hardware, Fahrzeuge, Maschinen und Anlagen