Technische/r Systemplaner/in

Systemplaner Marco bespricht am Telefon eine vor sich liegende technische Zeichnung

Let’s MINT Ausbildungsbetrieb:

NFT Automatisierungssysteme GmbH, Ibbenbüren

Dauer der Ausbildung:

3,5 Jahre in Schule und Betrieb

Gewünschter Schulabschluss:

Rechtlich gibt es keine Vorschriften. Knapp 90 % der Ausbildungsanfänger/innen hatten 2012 einen mittleren Bildungsabschluss oder Abi.

Verantwortungsvoller Job mit weitem Betätigungsfeld

Immer wenn elektrische Leitungen sinnvoll mit verschiedenen Bauteilen verbunden werden müssen, sind Technische Systemplaner/innen mit der Fachrichtung Elektrotechnische Systeme gefordert. Sie erstellen unter anderem die Schaltpläne für komplexe Anlagen. Ein verantwortungsvoller Job mit einem weiten und abwechslungsreichen Betätigungsfeld, denn elektro- und informationstechnische Anlagen findet ihr überall. Zum Beispiel in der Industrie, um Produktionsanlagen zu automatisieren. Oder bei der Steuerung von Kraftwerken oder Kläranlagen, bei Parkleitsystemen oder der Gepäckabfertigung auf dem Flughafen. Und dies sind nur ein paar wenige Beispiele. Wichtig sind elektrotechnische Anlagen auch bei der Versorgung von Gebäuden. Hier regeln sie zum Beispiel Heizung und Klimaanlage.

Bindeglied zwischen Konstruktion und Programmierung

Als technische/r Systemplaner/in bist du das Bindeglied zwischen Konstruktion oder Programmierung und den Elektriker/innen, die später die Anlagen bauen. Du setzt die Vorgaben der Konstrukteure in Schaltplänen um. Früher hieß dieser Beruf „Technische/r Zeichner/in“. Auch wenn du immer noch technische Zeichnungen erstellst, wirst du nur selten mit dem Stift arbeiten. Dein Arbeitsplatz ist der Computer, an dem du meistens mehrere verschiedene Softwaren, sogenannte CAD-Programme, zum Konstruieren und Zeichnen mit dem Rechner beherrschen lernst.

Kommunikation bestimmt Arbeitsalltag

Darüber hinaus laufen bei dir viele Fäden für den Bau der elektrotechnischen Anlage zusammen: Du bestellst die einzelnen Bauteile, die dann nach deinen Plänen montiert werden, erstellst Dokumentationen und Bedienungsanleitungen für den Kunden, der später mit der Anlage arbeitet. Außerdem gehen sämtliche Änderungswünsche oder gegebenenfalls erforderliche Korrekturen bei dir ein, damit du sie in deinen Plänen einarbeitest und dokumentierst. Für diese Arbeit brauchst du deshalb nicht nur technisches Interesse sondern vor allem auch Spaß am Kommunizieren und an der Teamarbeit.

Daran solltest du Spaß haben:

Abstraktes Denken

Arbeiten im Team

Lösungsorientiert Denken

Weitere Infos:

Berufenet

Steckbrief Berufenet

Technische/r Systemplaner/in

Systemplaner Azubi Marco arbeitet an Modell-Automatisierungsanlage

Schulfächer, die den Durchblick erleichtern:
Mathe, Physik, (Elektro-)Technik

Persönliche Eigenschaften, die nützlich sind:
Sorgfalt, Selbständigkeit, Geduld, Kommunikationsstärke

Was der Let’s MINT-Ausbildungsbetrieb erwartet:
Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit, Engagement

Insider-Tipps:
„An diesem Beruf interessierte Schülerinnen und Schüler sollten sich nicht von den Anforderungen abschrecken lassen. Man kann alles in Ruhe lernen, dafür gibt es schließlich die 3,5-jährige Ausbildung. Außerdem erhalten die Azubis auch viel Unterstützung im Betrieb.“

Heike Antoine, Ausbilderin bei NFT Automatisierungssysteme GmbH

„Zukünftige Azubis können sich auf abwechslungsreiche Arbeit freuen, denn nicht jede Anlage ist gleich. Gefragt sind Teamfähigkeit und Spaß an der Arbeit. Wer es liebt im Team zu arbeiten, ist in dem Beruf als Technischer Systemplaner sehr gut aufgehoben.“

Marco Gruszka, Azubi NFT Automatisierungssysteme GmbH

Technische/r Systemplaner/in

Zwei Mitarbeiter von NFT stehen vor einem Schaltschrank

Ein Tag mit:

Marco Gruszka, Allgemeine Hochschulreife, aufgezeichnet im 2. Ausbildungsjahr zum Technischen Systemplaner Fachrichtung Elektrotechnische Systeme bei NFT Automatisierungssysteme GmbH

Arbeit mit mehren Programmen ist Pflicht

Mein Arbeitstag bei NFT beginnt um 7.00 Uhr mit dem Starten meines Computers. Zuerst checke ich meine E-Mails und trage die Stunden vom Vortag im Berichtsheft ein. Danach öffne ich unser Konstruktionsprogramm EPLAN. Das Beherrschen mehrerer Programme ist bei uns Pflicht. Der Kunde entscheidet, mit welcher Version gezeichnet wird, egal ob EPLAN 5.70 oder die neue Plattform EPLAN P8.

Konstruktion von Schaltplänen

Zurzeit arbeite ich an meinem ersten großen Projekt, das ich selbstständig abwickle: die Automatisierung einer Anlage zur Bitumenproduktion. Bitumen wird zum Beispiel für die Herstellung von Asphalt verwendet. Zu meinen Aufgaben gehören: die Konstruktion der Schaltpläne für die elektronische Steuerung der Anlage, die Materialbestellung für den Bau des Schaltschranks und die Dokumentation des gesamten Auftrags. Wichtig dabei ist der ständige Austausch mit den Kollegen aus der Softwareabteilung und der Werkstatt. Anfangs war ich ein bisschen unsicher, da ich viel Verantwortung übernehmen muss. Aber jetzt, nachdem ich mich eingearbeitet habe, macht es mir sehr viel Spaß. Und ich bin wirklich froh darüber, dieses Projekt bekommen zu haben.

Liste mit Bauteilen und Komponenten erstellen

Zuerst beginne ich den Schaltplan zu konstruieren. Dafür habe ich unter anderem technische Zeichnungen der Anlage vorliegen, sogenannte Fließbilder. Die helfen mir dabei das gesamte Produktionsverfahren zu verstehen. Zuerst kümmere ich mich um den den allgemeinen Teil. Dazu gehören zum Beispiel die Stromeinspeisung, die Beleuchtung und Klimatisierung des Schaltschranks und der Not-Halt. Danach muss ich schauen, welche Komponenten für die Automatisierung der Anlage gebraucht werden. Die erforderlichen Materialien, wie Motorschutzschalter, Netzteile oder die einzelnen Baugruppen der Speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) suche ich aus verschiedenen Katalogen heraus. Die Liste gebe ich an eine Kollegin weiter, die für die Bestellungen zuständig ist. Ein bis zwei Tage später ist ein Großteil der Bauteile verfügbar und der Kollege in der Werkstatt kann anfangen, den Schaltschrank zu bauen.

Mit den Kollegen im ständigen Kontakt

Parallel zeichne ich den Schaltplan weiter und gebe Änderungen und Ergänzungen sofort an die Werkstatt weiter. Mit meinem Kollegen in der Werkstatt bin ich ständig in Kontakt. Sobald ich alle Ein- und Ausgänge der SPS vergeben habe, gebe ich eine Liste an den Kollegen in der Software und dieser kann anfangen zu programmieren. Ein- und Ausgänge werden zum Beispiel benötigt, um ein Ventil anzusteuern. Wird ein Taster gedrückt, bekommt die Steuerung ein Signal und öffnet oder schließt je nach Programmierung das Ventil. Jede Änderungen, die die Kollegen beim Bau des Schaltschranks oder bei der Programmierung vornehmen, müssen sie sorgfältig dokumentieren und an mich als Werkstattrevision zurückgegeben. Ich aktualisiere dann den Schaltplan und trage alle Änderungen ein. Das ist wichtig, weil der Kunde später mit den Schaltschränken auch den dazugehörigen Schaltplan bekommt und der muss natürlich passen.

Lösungen enstehen fast immer im Team

Teamarbeit wird in unserer Firma ganz groß geschrieben. Egal ob bei Unklarheiten in der Konstruktion oder bei Problemen mit dem Schaltplan in der Werkstatt – ständig besprechen wir unsere Aufgaben. Und bei Problemen wird einem stets sofort geholfen. Automatisierung ist ein komplexer Prozess. Lösungen beziehungsweise Verbesserungen werden deshalb fast immer im Team erarbeitet. Kann nicht sofort eine Lösung für ein Problem gefunden werden, darf man sich nicht verrückt machen lassen. Nur wer ruhig an die Sache rangeht, kommt auch voran.

Ständiger Kontakt zum Kunden

Wichtig ist auch der Kontakt zum Kunden. Er gibt uns alle Informationen, die erforderlich sind um einen Schaltplan für seine Anlage zu konstruieren. Wenn noch Fragen offen sind oder ich Probleme bei der Konstruktion habe, rufe ich meinen Ansprechpartner an, um möglichst noch weitere Informationen zu bekommen, wie zum Beispiel Leistungsangaben von bestimmten Motoren an seiner Anlage. Der freundliche Umgang mit den Kunden gehört zu meinem Beruf.

Projektdokumentation

Nach etwa zwei Monaten haben wir alle Probleme gelöst und mein Schaltplan ist fertig. Auch der Schaltschrank ist schon zum größten Teil fertig gebaut. Jetzt muss der Kollege in der Werkstatt nur noch die einzelnen Komponenten nach meinem Plan verdrahten. Wenn er alles fertig hat, bekomme ich als Konstrukteur noch einmal eine abschließende Werkstattrevision. Anhand der dokumentierten Änderungen aktualisiere ich den Plan ein letztes Mal. Jetzt muss ich noch meine gesamte Projektdokumentation für den Kunden zusammenstellen und auf CD brennen. Dazu gehören der Schaltplan, die Software, Datenblätter und Anleitungen.

Stolz auf erfolgreichen Projektabschluss

Die Kollegen aus der Werkstatt kümmern sich dann um die Inbetriebnahme der Anlage vor Ort. Ich selber bin bei der Inbetriebnahme nicht dabei. Ich war sehr stolz mein erstes eigenes Projekt bekommen zu haben. Es ist ein gutes Gefühl, wenn ich sehe, dass die Anlage läuft. Meine Ausbilderin, der Kunde und ich können sehr zufrieden sein.

Technische/r Systemplaner/in

Systemplaner Marco präsentiert die Dokumentation eines erfolgreichen Projektes auf CD

Azubi-Interview mit Marco Gruszka

Wie bist du darauf gekommen, die Ausbildung zum Technischen Systemplaner elektrotechnische Systeme zu machen? 

Ich habe viel im Internet nach elektrotechnischen Berufen recherchiert, dabei ist mir der Technische Systemplaner schon aufgefallen. Ursprünglich hatte ich mich aber als Elektroniker für Automatisierungssysteme bei NFT beworben. Dann wurde mir der Ausbildungsplatz als Systemplaner angeboten, worüber ich im Nachhinein sehr froh bin.
Hast du dich schon immer für Technik interessiert?

Ich habe schon als Kind durch meinen Vater viel mit Technik zu tun gehabt. Durch das technische Gymnasium hat sich mein Interesse weiter gestärkt. Außerdem habe ich in meiner Schulzeit regelmäßig in den Ferien als Elektriker für Gebäudetechnik gejobbt. Da habe ich gemerkt, dass mir Elektrotechnik Spaß macht und mir die Arbeit auch liegt.
Was magst du an deiner Arbeit besonders?

Das Arbeiten im Team mit den Kollegen aus der Konstruktion und Werkstatt.

Wie stellst du dir deine berufliche Zukunft vor?

Da der Bereich Automatisierung in Zukunft immer mehr gefragt sein wird, bin ich mir sicher, dass der Beruf als Systemplaner gute Perspektiven hat. Ich kann mich nach der Lehre auch noch weiterbilden, zum Beispiel zum Techniker.

Technische/r Systemplaner/in

Weiterqualifizierungen:

Techniker/in: z.B. Techniker/in / Elektrotechnik (Automatisierungstechnik) / Dauer: Vollzeit 2 Jahre, Teilzeit  4 Jahre,  Fernunterricht ca. 3 1/2 Jahre.
Technische(r) Fachwirt/in: Dauer: Vollzeit 8 Wochen bis 8 Monate, Teilzeit bis zu 2,5 Jahre, E-Learing-Kurse ca. 5 Monate
Studium: z.B. Bachelor Elektrotechnik, Bachelor Systems Engineering, Bachelor Konstruktionstechnik / Dauer: ca. 3 Jahre

Jobmöglichkeiten:

Facharbeiter/in: Planung elektrotechnischer Systeme, Konstruktion
Techniker/in: technische, organisatorische, kaufmännische Aufgaben in der Planung, Entwicklung, Produktion, Wartung, Vertrieb, leitende Aufgaben in der Konstruktion
Fachwirt/in: Angebotserstellung, Organisation und Überwachung von Arbeits- und Betriebsabläufen sowie weitere Tätigkeiten im mittleren Management
Mit Hochschulabschluss: Leitungsfunktionen in verschiedenen Unternehmensbereichen