„Mal etwas Neues ausprobieren“ – Let´s MINT-Projekt „repair girls“ startet mit Projektwoche

„Mal etwas Neues ausprobieren“ – Let´s MINT-Projekt „repair girls“ startet mit Projektwoche

 

Reparierwerkstatt nur für Mädchen

„Etwas Neues ausprobieren“ wollten 24 Schülerinnen der Jahrgänge 7 und 8 und hatten sich für die Let´s MINT-Projektwoche „repair girls“ an der Geschwister-Scholl-Oberschule in Bad Laer angemeldet. Techniklehrerin Elisabeth Joris und Let´s MINT-Geschäftsführerin Andrea Bornhütter-Kassen waren positiv überrascht: „mit einem so großen Interesse hatten wir gar nicht gerechnet“ sagte Elisabeth Joris. „Aber vielleicht liegt es daran, dass die Let´s MINT-Reparierwerkstatt an der Schule so gut angenommen wird?“ Seit über zwei Jahren bietet Let´s MINT dort eine Reparierwerkstatt-AG für die Jahrgänge 9 und 10 an, die fast ausschließlich von Jungen besucht wird. Um auch Mädchen fürs Reparieren zu begeistern, hatte Let´s MINT die Idee, an der Schule eine Werkstatt nur für Schülerinnen anzubieten. Denn Reparieren ist nicht nur richtig cool, sondern schont auch die Umwelt. Das Projekt „repair girls“ wird von Let´s MINT und der Deutschen Postcode Lotterie finanziell und organisatorisch gefördert.

Stärken entdecken

Mit einer umfangreichen Stärkenanalyse startete die Projektwoche am Montag. Die Schülerinnen waren mit Eifer und Interesse bei der Sache und diskutierten ihre Profile untereinander. Wer kann was besonders gut? Wie kann man das, was man nicht so gut kann, verbessern? Am nächsten Tag konnten die Mädchen ihre Stärken dann praktisch ausprobieren, die verschiedenen Stationen des Technik-Parcour boten so manche Herausforderung: einen Elektromotor zusammensetzen, ein Herz aus Schweißdraht biegen, Geldbörsen aus Tetra-Pak herstellen, mit geheimnisvollen Zahlenkarten die „binäre Welt“ entdecken, eine Brücke bauen, das Innenleben eines Computers entdecken und…und…und. „Voll cool“, fanden die Schülerinnen!

 

Tag 3 – das Werkzeugquiz 

Der nächste Tag begann mit einem Werkzeugquiz. Über 50 Karten mussten ganz verschiedenen Werkzeugen und Geräten richtig zugeordnet werden. Das war ganz schön schwierig! Die Let´s MINT Reparierexperten Franz-Josef Strubberg und Patrick Sandbrink lösten dann die Rätsel auf und erklärten ausführlich, wo und wie man die Werkzeuge einsetzt. Die Mädchen konnten auch mitgebrachte kaputte Kabel und Kleingeräte unter Anleitung selbst reparieren. Oder einfach mal ein Werkzeug ausprobieren. Natürlich nur mit entsprechender Sicherheitseinweisung und Schutzkleidung!

repair girls on tour

Aber was passiert eigentlich mit den Elektrogeräten, die man nicht mehr reparieren kann? Am Tag 4 der Projektwoche lernten die Schülerinnen, was mit alten und kaputten Kühlgeräten passiert. 98% der Geräte – natürlich fachgerecht zerlegt – werden wiederverwendet! Ganz schön viel! Und Enviprotect in Emsdetten ist Experte fürs Zerlegen. Besonders spannend fanden die Mädchen die große Zerlegemaschine, die mit Getöse aus Kühlschränken kleine Plastik-, Alu- und Metallteilchen macht. Kühlmittel und Öle werden vorher fachgerecht abgesaugt und können auch wiederverwendet werden. Für Heiterkeit sorgte die Idee des Enviprotect-Betriebsleiters, alle Besucherinnen auf der Lastwagenwaage einmal wiegen zu lassen. Das Ergebnis: insgesamt 1220 kg leicht waren die Damen….

Abschlusstag bei Höcker Polytechnik

Für den letzten Projekttag hatte sich der Let´s MINT-Mitgliedsbetrieb Höcker Polytechnik in Hilter – das Unternehmen ist Spezialist für lufttechnische Anlagen zur Luftreinhaltung und Abfallentsorgung für Industrie und Handwerk und weltweit unterwegs  – etwas Besonderes einfallen lassen. Die Mädchen sollten in Kleingruppen die verschiedenen Produktionsbereiche des Unternehmens erkunden und die Mitarbeiter zu Produkten, Prozessen usw. befragen. Mit 17 Fragen ausgestattet gingen die „repair girls“ unter Führung von Höcker-Auszubildenden durch den Betrieb, in den Abzweigbau, Pressenbau, das Magazin, die Logistikhalle, den Vacubau und die E-Werkstatt.

Fragen wie „was ist der kleine Kasten über der Laseranlage und zu welchem Zweck dient er?“ oder „was ist ein Flanschring“ oder „wofür ist das silberne Paddel in der Brikettierpresse und was macht die Schnecke?“ wurden von den Mitarbeitern ausführlich erklärt und die Anwendung gezeigt. Die Frage nach den unterschiedlichen Farben von Elektrokabeln konnten die Schülerinnen schon direkt beantworten, sie hatten ja auch schon einen Elektromotor gebaut! Viele wußten auch gleich die Bezeichnungen einiger Werkzeuge, die in der E-Werkstatt verwendet wurden. Top, fanden die Höcker-Mitarbeiter. Ein paar Schülerinnen wollten am liebsten gleich bei Höcker anfangen.

Das Fazit der Mädchen zum Schluß: Erwartungen erfüllt! Es gab sehr viel Neues zu entdecken und hat Spaß gemacht! Und natürlich vielen Dank an Höcker Polytechnik und Enviprotect für die tollen Informationen und spannenden Führungen durch die Produktionsanlagen.

 

 

 

 

 

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